Daily News – Donnerstag

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Autor: Ulrich Herburger

Bild: Ulrich Herburger

Imposanter Start

Soviel vorweg. Die Internationale Schweizer Meisterschaft wird wie geplant kurz nach 13.00 Uhr gestartet. Bei idealen südlichen Winden wird drei Mal aus der Pistole geschossen. Die dritte Wettfahrt musste abgebrochen werden. Dann lässt sich Aiolos, der Gott des Windes, angesichts des ästhetischen Regattafeldes nochmals erbarmen und bläst in die Wangen zum vierten Start. Sportliche Tagesbilanz: drei Wertungen.

Begonnen hat der Tag aber ganz anders. Es gießt allen Wettervorhersagen zum Trotz in strömen. Im Clubhaus schauen 100 Crewmitglieder gebannt aus dem Fenster, als wäre es eine Kinoleinwand auf der ein Thriller läuft. Spannend zu sehen, was sich da draußen tut. Der Segler will das Wasser unterm Kiel und nicht von oben.

Die offizielle Eröffnung ist auf dem Rasen vor dem Clubhaus geplant. Sie findet dann aber in der bis auf den letzten Platz gefüllten Zelt-Kuchen-Bude der BSC-Jugend statt. Ohne zu sehr ausschweifen zu wollen, beim Stichwort muss es gesagt werden: Heute ist der Kuchen des Tages ein Rüblikuchen von Angelika Rübenak. Köstlich! Und die weibliche Crew hat mit Laurenz Jäger an der Kaffeemaschine über Nacht Verstärkung bekommen. 

Zurück zur Eröffnung. Angesichts der vielen Menschen ergreift der Corona-Beauftragte des BSC zuerst das Wort. Johannes Wilhelmer präsentiert die 3-G-Regeln samt Dokumentationspflicht. Bitte nicht vergessen: Täglich beim QR-Code anmelden. Dann begrüßt BSC-Präsident Urs Hämmerle und bedankt sich stellvertretend für die dreißig Helferinnen und Helfer auf dem Wasser und nochmals mindestens 10 auf dem Land bei Josef Bitsche. Josef ist der Verbindungsmann des BSC zum Lacustre Verband und ist aus organisatorischen Gründen kaum zum Segeln gekommen. Er steht lieber im Hintergrund, freut aber sich sichtlich über den Applaus seiner Klasse. 

Dann kommt der Bürgermeister der Landeshauptstadt Bregenz, Michael Ritsch. Auch er freut sich, und das doppelt:  Über seine, “die schönste Stadt am Bodensee”, Bregenz, und dass sich die schönen Lacustre diesen Ort für die Meisterschaft ausgesucht haben. Markus Sagmeister, der Präsident des Vorarlberger Segelverbandes und – wenn er nicht selbst regattiert – Bojenleger, informiert launig über eine neu gegründete Gewerkschaft seiner Zunft, die zwei wichtige Ziele verfolgt: Nicht vor 9 Uhr auslaufen und spätestens um 17 Uhr zum Feierarbend-Bier zurück sein. Verständlich sind auch die zwei Anliegen des Lacustre Klassenrepräsentanten Ernst Zollinger. Erstens sollen die schönen Boote unversehrt zurück kommen und zweitens auch die  Crews. Dann eröffnet der Delegierte von Swiss Sailing, Paul Münger, die Internationale Schweizer Meisterschaft der Lacustre-Klasse und macht auf Understatement: Es sei “nur” die Schweizer Meisterschaft. Und zwischen den Worten hörte man, dass die Duelle an den Bojen so gefahren werden sollten, dass nicht nur keine Spanten brechen, sondern man sich nach der Wettfahrt wieder gerne auf ein Bier trifft. 

Dieser offizielle Teil endet, wie es sich seemännisch gehört, mit dem Wimpeltausch, Swiss Sailing und BSC.

Was gibt es sonst noch Erwähnenswertes? Der Wettfahrtleiter, Daniel Helbling, machte in wenigen Sätzen klar, wer der Chef ist und erläuterte nochmals kurz die Segelanweisung. Zuvor schon hat er gemeinsam mit dem Revierexperten Roland Tröster aus Lindau die Startpistole geprüft. Sie eignet sich jedenfalls nicht zur Abwehr allfälliger Proteste. Dafür ist das Protestkomitee unter Wolfgang Hermann zuständig

Nun geht es aufs Wasser. Schon das Auslaufen aus dem Hafen beeindruckt. Noch blinkt die Vorwarnung. Der Regen hört langsam auf. Es wird die erste Wettfahrt gefahren. Wer nach der ersten Luvtonne einen westlicheren Kurs wählt hat mehr Zug als die weiter östlich.

Das Juryboot ist allgegenwärtig und die Besatzung höchst aufmerksam.  Die Bojenleger haben viel zu tun, denn vom Startschiff geht ein reger Funkverkehr aus. Die Baronesse ist zeitweise zickig und versagt die Benzinzufuhr. Aber mit gut zureden und einigen Komplimenten kommt der Motor der alten Dame wieder ins Schnurren. Die freundlichen Helfer der Wasserrettung haben sich allzeit bereit positioniert. Und last but not least freut man sich angesichts der langen Optik, die der Profi-Segel-Fotograf, Tobias Störkle, vor der Kamera hat auf die eindrucksvollen Bilder, die er gestaltet.

Der Aufhellung in der Abenddämmerung bringen die Schnäpse des Edelbrenners Franz Bitsche, Bruder von Josef, „Bohnapfel, Wildbira und Zwätschga.“

Zum Schluß noch eine wunderbare Prognose für die morgige Kuchen-Bude: Es erwarten uns unter anderem Sacher und Zucchini-Schokokuchen. Nebenbei, das Wetter soll auch gut werden… 😉

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