Segelerleben: Ehrenmitglieder des BSC

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Autor: Diem/Herburger

Bild: Archiv

Die Entwicklung unseres schönen Sports – gespiegelt im Seglerleben der fünf Ehrenmitglieder des BSC in alphabetischer Reihenfolge:

Ulrich Diem, Wolfgang Pschorr, Hanspeter Simma, Klaus Tarabochia, Heinz Wagner-Wehrborn

Ulrich Diem, geboren am 12.5.1955,

Mitglied seit 1976

Zum Segeln kam Uli durch seinen älteren Bruder Peter. Auf den 45qm Nationalen Kreuzern „Siesta“ und „Pfeil“ lernte er den Sport von der Pike auf kennen und lieben.

Noch während des Studiums startete er seine langjährige Mitarbeit im Vorstand des BSC. Unter den Präsidenten Walter Derganz, Ernst Stolz und Wolfgang Pschorr übte er die Funktionen des Schriftführers, Wettfahrtleiters und Umweltbeauftragten aus. Schließlich wurde er 1999 selbst zum Präsidenten gewählt, ein Amt, das er bis 2006 ausübte. Bis 2020 stellte Uli sich als Vizepräsident unter Max Renner und Hanspeter Simma zur Verfügung. Höhepunkte seiner Präsidentschaft bilden die erfolgreiche Durchführung der X-99 WM im Jahre 2004 und die gelungene Clubhauserweiterung 2005. 

Aufgezeigt hat Uli Diem aber vor allem auch auf sportlicher Ebene. Bei den 45ern gewann er 1984 bis 1987 und 1990 die Bodenseemeisterschaft, 2014 die Jahreswertung in der heiß umkämpften Klasse X-99, 2016 wurde er Zweiter, bei der X-99 WM 2004 landete Uli im Mittelfeld, steigerte sich in Medemblik 2008 auf den 8. Rang, 2010 in Langenargen auf den 4. Auf Rudi Wackers Sprinta Sport trug er 1985 als Taktiker zum Sieg im Europacup bei, regattierte auf diesem Boot auch an Ysselmeer, Ostsee und Gardasee. An den WM der Yngling beteiligte er sich 2011 am Attersee, 2013 am Vierwaldstättersee, 2016 am Wolfgangsee. Ebenso war er begehrter und erfolgreicher Steuermann auf 30er Schärenkreuzern, Lacustre, ¾ Tonner und auf verschiedenen Dickschiffen in Kroatien und Marmaris.

Für diese umfassende Seglerkarriere und seinen Einsatz für den Club verlieh der BSC Ulrich Diem 2020 die Ehrenmitgliedschaft.


Wolfgang Pschorr, geboren am 25.8.1942

Mitglied seit 1956

Sein „Leben unter Segeln“, wie Wolfi seine Geschichte selbst bezeichnet, begann,  als er 1956 in den BSC eintrat. Sein erstes eigenes Boot war ein Eigenbau, dem bald ein Pirat folgte. 1967 erwarb Wolfi das legendäre Schiff „Sowitasgoht VII“. 1983 und 1984 krönte er die Anfangsjahre seiner Regattatätigkeit gleich mit dem Gewinn des Bodensee-Einhandpokals. Mit IMS- und Einhandregatten auf einer Duetta 94 ging es weiter. Die nächsten Jahre mit der X-99 betrachtet Wolfi als „Höhepunkt meines Segelns“. Nicht nur die Teilnahme an hochwertigen Regatten bereiteten ihm Freude, sondern auch das bis heute gepflegte Fahrtensegeln mit Familie und Clubfreunden. Als Crewmitglied war er ebenso äußerst willkommen, u.a. viele Jahre auf den von Erhard Meier organisierten Regattatörns auf Ostsee, Mittelmeer bis zur Karibik.

Viele Jahre brachte sich Wolfgang als Clubfunktionär ein. 1981 bis 1985 als Vizepräsident, 1986 bis 1999 als Präsident. Ein wesentliches Anliegen war ihm die Aktivierung des Clublebens. Dazu rief er die „Präsidentenwoche“ ins Leben, ein zwangloser Törn um den See mit wechselnden Teilnehmern. Zu einem Jahreshighlight avancierten die Faschingskränzle. Auch verstand Wolfi, Sport mit Geselligkeit zu kombinieren. Wenn der BSC zur Clubregatta lud, gab es regelmäßig große Teilnehmerfelder, weil auch die Nachbarclubs herzlich willkommen waren. Die abendlichen Feste danach waren legendär. „Gute Nachbarschaft war mir wichtig“, betont Wolfi. Ebenso verliefen die von ihm ins Leben gerufenen One Design Cups. Zu einem repräsentativen und trotzdem zwanglosen Fest gestaltete Wolfi 1995 die 100-Jahrfeier des BSC. Manche bekrittelten seine Sparsamkeit. „Dafür konnten wir größere Investitionen ohne gröbere Verschuldung stemmen“, blickt Wolfi zufrieden zurück. Mehrere Jahre setzte er sich auch als Präsident des Bodenseesegelverbandes für die Interessen seines geliebten Sports ein. „Segeln ist meine Leidenschaft und der Bregenzer Segel-Club meine Heimat“, lautet Wolfis  Credo.


Hanspeter Simma, geboren am 23.9.1946,

Mitglied seit 1993

Als geborenem Innsbrucker, der auch das Studium dort zwischen den Bergketten absolviert hat, sei ihm das Segeln nicht gerade in die Wiege gelegt worden. Aber bei Verwandtschaftsbesuchen in Bregenz wunderte er sich, dass die Segelboote trotz ihrer Schräglage nicht umfielen. Dieses Paradoxon musste er näher erkunden. Auf Studentenurlaub in Kroatien mietete man ein Starboot, genoss bei jeder Wende die Standfestigkeit des Schiffs, war spontan begeistert und vom Segelvirus infiziert. Scheine wurden erworben, und schon startete Hanspeter seine Skipperlaufbahn.

Nach erfolgreichem Studienabschluss und Übersiedlung nach Dornbirn 1979 mit Familie stand einer Segelkarriere am Bodensee nichts mehr im Wege. Dem gemütlichen Erstschiff folgte die „Vento“, von ihren eleganten Linien her unverwechselbar. Erstes Regattawissen erwarb Hanspeter als Mitsegler beim Routinier Horst Zimmermann. Seine Crew bestand vorwiegend aus Jugend, die mittlerweile auf eigenem Kiel regattiert, was Hanspeter besonders freut. Noch einmal gibt Hanspeter Gas, indem er 2013 die „La Wally“ von Horst Zimmermann kauft, die er als Familienracer bezeichnet.  

Als Hanspeter 2011 das Amt des Präsidenten annahm, durchlebte der BSC gerade eine heikle Phase, in der die Gefahr einer ungünstigen Gruppenbildung drohte. Hanspeter gelang es aber bald, den Club wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern und konstruktive Impulse zu setzen. Er schaffte es auch, Sponsoren ins Boot zu holen, wodurch es möglich wurde, eine J70 anzukaufen, das Rennboot der deutschen Bundesliga. Damit beteiligte sich die BSC-Jugend an Regatten von Kiel über den Gardasee bis Sardinien. Ein Crewpool wurde systematisch aufgebaut, und für den Segelnachwuchs stand mit der J70 ein Kielboot zur Verfügung, das in der   Übergangsphase von der Jolle zur Yacht Motivation zum Weitermachen schuf.

Die Nachwuchsarbeit brummt, das Clubhaus ist in gutem Zustand, die Bewirtung funktioniert wieder zu aller Zufriedenheit, die Finanzen sind gesund. Hanspeter Simma konnte 2020 das Präsidentenamt mit gutem Gefühl übergeben. Er dankt allen seinen Freunden im BSC und hofft, dieses „freundschaftliche Umfeld noch lange genießen zu können.“


Klaus Tarabochia geboren am 3.12.1932

Mitglied seit 1947

Vater Guido Tarabochia, auch Präsident des BSC, führte Klaus ins Segeln ein. Bereits 1948 stieg er auf die J-Jolle, eine 22qm Rennjolle, und bestritt auf den beiden Clubbooten „Liebe“ und „Dengo“ zahlreiche Regatten. Eine besondere Ehre damals war, auf dem 75 qm Nationalen Kreuzer „Falke“ und der 7 SL Yacht „Freya“ mitfahren zu dürfen. Klaus hatte schon in den 50er Jahren die Befugnis, selbst dieses schöne Schiff zu führen, und war im Sommer auch als Jugendbetreuer eingesetzt.

1956 erwarb sein späterer Schwiegervater für Tochter Erika und den zukünftigen Schwiegersohn den 30er Schärenkreuzer „Edda“, mit dem Klaus jahrzehntelang mit Familie, Freunden und auch allein begeistert auf Tour ging und an vielen Far-Niente-Ausfahrten teilnahm. Nicht nur wegen des schönen Schiffes wurde er um den ganzen See bekannt. Eines seiner Markenzeichen waren die Hafenmanöver, die er auch einhand immer unter Segeln ausführte. Unabhängig von Windstärke, -richtung und Welle gelang genau am Pfahl der Aufschießer. Und als Segler alter Schule trat er im Gasthafen nie ohne T-Shirt auf.

Unter Kurt Huppenkothen hatte er Anfang der 70er Jahre die Funktion des Oberbootsmannes inne. Bei der Jahreshauptversammlung 2018 wurde er anlässlich seiner 70-jährigen Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Aus Altersgründen absolvierte er Ende Juli 2020 im 88. Lebensjahr seine letzte Ausfahrt auf seiner geliebten „Edda.“

Der BSC-Steg im Hafen des Yachtclub Bregenz


Heinz Wagner-Wehrborn, geboren 12.10.1927

Mitglied seit 1968

Heinz Wagner-Wehrborn bei seinem 80er

Seine erste Begegnung mit einem 30er Schärenkreuzer im Rahmen der Rund Um- Regatta 1967 auf der „Edda“ war Begeisterung auf den ersten Blick. Damals reifte der Entschluss, so ein Schiff zu kaufen. 

1969 erwarb Heinz den 30er „Elisabeth“, Baujahr 1927, ein Estlander Riss, bei dem bewusst auf die oberste Planke verzichtet wurde. Er verfügte also über einen sehr niedrigen Freibord, weshalb das Schiff die „kleine Elisabeth“ genannt wurde. Später wechselte Heinz auf einen 30er aus GFK, die „Elisabeth II“. 

Mit ihr regattierte er überaus erfolgreich. Mit seinem langjährigen Steuermann Kurt Huppenkothen gewann er zweimal den „Reimers Cup“, die Jahreswertung der 30 qm-Schärenkreuzer am Bodensee, fünfmal wurde er Zweiter, sechsmal Dritter. Auf unzählige Einzelsiege und Podestplätze kann Heinz zurückblicken. Bis ins hohe Alter blieb er als Mittschiffsmann aktiv. Nicht einmal ein Segelunfall im Jahre 1996, bei dem er schwer verletzt wurde, konnte seine Segelfreude stoppen. Aktiv war Heinz nicht nur am Bodensee, sondern auch als mehrmaliger Teilnehmer am 30er Europacup in Schweden und am Gardasee bei der Centomiglia, wofür er seine „Elisabeth II“ auf Toptakelage umrüstete und Zehnter in der Gesamtwertung wurde.

Der Bodensee-Seglerverband verlieh Heinz Wagner-Wehrborn im Jahre 2008 in Anerkennung seines seglerischen Lebenswerks die „silberne Lädine“. Aktiv war er aber auch als Funktionär, gehörte er doch von 1980 bis 1984 dem Vorstand der 30er-Vereinigung an, von 1989 bis 1993 stand er dieser als Präsident vor.

Gegenüber dem BSC zeigte sich Heinz immer sehr generös und unterstützte gerne finanziell die Jugendarbeit. Daran erinnert die Namensgebung des Club-420ers „Viktor“ – nach Heinz’s Großvater – und des Schlauchboots „Baronesse“. Als Dank für seine langjährige Treue und Großzügigkeit gegenüber dem Club verlieh ihm der BSC 2007 auch anlässlich seines 80. Geburtstags die Ehrenmitgliedschaft.

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